Deutsches Bergbaumuseum

Deutsches Bergbaumuseum

Im Deutschen Bergbaumuseum Bochum bekommt man einen Einblick in die Tradition des weltweiten Bergbaus und zahlreiche Bodenschätze aus vorgeschichtlicher Zeit bis heute, womit es nicht zuletzt das bedeutendste Bergbaumuseum der Welt mit gleichzeitigem Forschungsinstitut sein dürfte. Angeboten werden verschiedene Ausstellungen – neben der Dauerausstellung gibt es auch Sonderausstellungen, die im extra dafür angelegten Anbau ihren Platz finden. Und auch die kleinen Gäste kommen nicht zu kurz, denn sogar Kindergeburtstage können im Bergbaumuseum organisiert werden. Außerdem befindet sich hier seit 1973 das weltgrößte erhaltene Förderungsgerüst, welches sich mittlerweile in das Stadtbild von Bochum integriert hat. Dieses kann man natürlich ebenso besichtigen, wie das Anschauungsbergwerk, zu dem es sogenannte Grubenfahrten gibt.
Am Montag ist im Museum allerdings Ruhetag, erst ab Dienstag öffnet es wieder seine Tore: Dann hat es bis Freitag jeweils von 8.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist es ebenfalls von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die letzte Grubenfahrt findet täglich 15.30 Uhr statt, die letzte Turmfahrt 16.30Uhr. Die Turmfahrten sind allerdings generell wetterabhängig und finden bei schlechtem Wetter nicht statt. Für die Sonderausstellungen im Anbau gilt eine Schließzeit von 16.45 Uhr.
Der Eintritt ins Deutsche Bergbaumuseum ist generell sehr günstig, doch natürlich gibt es auch Ermäßigungen, die den Preis noch weiter senken. Diese gilt für Schüler, Studenten, Auszubildende, Arbeitslose, Menschen mit Behinderung und für Spätbesucher ab 15.30 Uhr. Weiterhin kann man eine Familienkarte oder eine Jahreskarte erwerben – wer oft mit der ganzen Familie ins Deutsche Bergbaumuseum gehen möchte, hat sogar die Möglichkeit, eine Familien-Jahreskarte erwerben. Im Preis sind die Fahrt auf das Förderungsgerüst und ins Anschauungsbergwerk natürlich schon enthalten. Weiterhin kooperiert das Bergbaumuseum mit dem Planetarium: War man vorher eine Vorstellung im Planetarium besuchen, gibt es zusätzlich noch einmal 1€ Rabatt auf den Preis und für Kinder 50Cent Rabatt.
Natürlich wird man bei all den Besichtigungen früher oder später ein wenig hungrig. Dem kleinen Hunger oder Durst kann man in der kleinen Cafeteria „Grubengold“, welche in der Woche ab 9 Uhr und am Wochenende ab 10 Uhr geöffnet hat, Abhilfe verschaffen.

Ausstellungen

Dauerausstellungen

Die Dauerausstellung, welche, wie der Name schon sagt, dauerhaft im Museum ansässig ist, fokussiert sich auf verschiedene, aber dennoch sehr wichtige Bereiche des Bergbaus und was damit zu tun hat. Es gibt einen Bereich, der sich voll und ganz mit der Bergbautechnik befasst; das heißt, mit den Techniken, die zur Förderung von Bodenschätzen angewendet werden. Dabei liegt der Schwerpunkt natürlich auf dem Bergbau unter Tage, aber auch der Tagebau, der Bohrlochbergbau und sogar der Meeresbergbau werden thematisiert und veranschaulicht. Außerdem gehört neben der Möglichkeit, die Förderungsmaschinen, Gewinnungsmaschinen und andere hautnah zu entdecken auch eine Ausstellungseinheit zur Aufbereitung und Rohstoffveredelung zu diesem Teil der Ausstellung.
Ein anderer Bereich beschäftigt sich mit den Geowissenschaften und Rohstoffen und geht dabei auch auf die Entstehungsgeschichte und den Aufbau der verschiedenen Lagerstättentypen ein. Man lernt auch, warum die Plattentektonik für die Entstehung und Entwicklung des Bergbaus so wichtig ist und Originalobjekte aus der Geologie, Mineralogie und der Paläontologie veranschaulichen die Ausstellung.
Zuletzt gehören schließlich noch Exponate zur Dauerausstellung, die in Kultur und Kunst vom Bergbau beeinflusst wurden. Dieser Teil nennt sich „Kunst und Kultur im Bergbau“ und man kann die Museums-eigene Schatzkammer kennenlernen.

Sonderausstellung

Im Anbau des Museums, welcher den passenden Namen „Schwarzer Diamant“ trägt, finden auf 861m² regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen statt. Der Anbau ist besonders geeignet für diese Art von Ausstellungen und wurde auch mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. Die Expositionen widmen sich den verschiedensten Themenbereichen: Von der Bergbaugeschichte bis hin zu gesellschaftlichen Themen oder sogar Vorstellungen verschiedener Länder werden die Ausstellungen entweder selbst konzipiert oder von Partnermuseen übernommen.

Anschauungsbergwerk

Im Anschauungsbergwerk kann man in 20 Meter Tiefe auf einem Streckennetz von etwa 2,5 Kilometern direkt erleben, wie der Bergbau unter Tage früher ablief. Es ist einem realen Bergwerk so getreu wie möglich nachempfunden – es gibt sogar einen Seilfahrtsimulator, einen Förderkorb, mit dem man in hoher Geschwindigkeit hinab in das Bergwerk fährt. Dabei kommt es zu natürlichen Erschütterungen, es ist sehr geräuschvoll und wie richtige Seilfahrten schützt der Förderkorb nur wenig vor dem Fahrtwind. Unten angekommen lernt man die Maschinen und den mühsamen Arbeitsalltag des Bergbaus hautnah kennen. Die Unterwasserinszenierung zum manuellen Abteufen des Blindschachts stellt außerdem dar, wie schwierig es damals für die Ingenieure war, die Lagerstätten zu erschließen.
Natürlich finden im Anschauungsbergwerk nicht nur alte Bergbaugeräte ihren Platz, denn eigentlich wird sogar die Entwicklung des Bergbaus von den 1950ern bis in die Gegenwart dargestellt und auch die kleinen Elektrolokomotiven, die dem Transport in Steinkohlebergwerken dienen. Außerdem gibt es auch einen Themenrundgang zur Eisenerzförderung.
Geöffnet ist das Anschauungsbergwerk Dienstag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Am Freitag öffnet es zur selben Zeit, bietet jedoch nur bis 13.15 Uhr Führungen an – danach erfolgen Erläuterungen durch Tonband. Dasselbe gilt für Samstage, Sonntage und Feiertage: Das Bergwerk ist dann zwar von 10 bis 15.30 Uhr geöffnet, bietet jedoch den ganzen Tag nur Tonbandführungen an.

Förderungsgerüst

Über einen Fahrstuhl kommt man schließlich auch auf die Aussichtsform des Förderungsgerüsts. Es wurde 1973 in Bochum wieder aufgebaut und davor war es seit 1944 in Dortmund platziert. Mit einem Gewicht von 650 Tonnen, einer Größe von 71,4 Metern und einem Seilscheibendurchmesser von 8 Metern ist es heute das weltgrößte Förderungsgerüst.

Führungen

Natürlich wäre ein Museum nicht vollständig, würde es keine Führungen anbieten. Im Deutschen Bergbaumuseum gibt es viele verschiedene davon und auch Workshops werden angeboten, es variiert jedoch alles ein wenig nach Programmplan. Fest sind jedoch zum Beispiel die offenen Sonntagsführungen, die etwa eine Stunde dauern und etwa 14 Uhr beginnen – der Preis ist nur ein wenig teurer, als der Museumseintritt. Außerdem sind Führungen durch die Dauerausstellung buchbar, die preislich ein wenig intensiver sind, sich jedoch durchaus lohnen und ebenfalls etwa eine Stunde dauern.
Weiterhin gibt es auch sogenannte Themenführungen, zu denen je nach Programm verschiedene Themen zur Auswahl stehen, die man buchen kann. Sie sind auch für Schulklassen ab Klasse 10 buchbar und dauern ebenfalls 60 Minuten.
Sehr interessant sind aber auch die besonderen Führungen, die das Deutsche Bergbaumuseum zu bieten hat. Hierunter fallen zum Beispiel Nachtführungen durch das Anschauungsbergwerk oder Führungen durch das Anschauungsbergwerk mit ehemaligen Bergleuten.

Vorträge

Da das Bergbaumuseum auch über einen eigenen Hörsaal verfügt, liegt es natürlich nahe, dass von Zeit zu Zeit auch verschiedene Vorträge angeboten werden. Unter dem Namen „nachgefragt!“ wird regelmäßig am Sonntagvormittag der Geist bei Themen wie Bergbau, Rohstoffen und Energie gefordert und sogar ein kräftiges Frühstück ist mit inbegriffen – trotz kostenlosem Eintritt.
Außerdem werden auch Vorträge für Studenten angeboten, die allerdings im Rahmen einer offenen Vorlesungsreihe im Blue Square auf der Bongardstraße in Kooperation mit dem Bergbaumuseum stattfinden. Weitere Vortragsthemen werden immer rechtzeitig auf der Homepage angekündigt.

Fernweh Reiseberichte

Überall auf der Welt wird Energie benötigt – weswegen es auch kaum ein Land gibt, in dem keine Rohstoffe abgebaut werden oder in dem vollständig auf den Bergbau verzichtet werden kann. In der Reihe „Fernweh Reiseberichte“ werden verschiedene Nationen und deren Rohstoffgewinnung dargestellt, doch natürlich liegt auch ein Schwerpunkt auf den Besonderheiten des Landes, der Kultur und der Landschaft. Es erwartet Sie ein wundervoller Ausflug in teilweise sehr ferne Länder mit Erfahrungsberichten und wunderschönem Bildmaterial. Die Veranstaltung beginnt jeweils um 19 Uhr und kostet 10 Euro Eintritt, wobei eine Anmeldung dringend empfohlen wird.

Angebote für Kinder

Im Deutschen Bergbaumuseum kommen natürlich auch die Angebote für den Nachwuchs nicht zu kurz: Kindergeburtstage, Führungen extra für Kinder, und verschiedene Aktionen für Schul- oder Kindergartenklassen, wie zum Beispiel „Die Bernsteinschleifer“ laden dazu ein, gemeinsam mit den kleinen einen Tag im Museum zu verbringen. Darüber hinaus werden am Wochenende öfter auch Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten, während in den Ferien ebenfalls regelmäßig zum kreativ Sein aufgerufen wird.

Hinterlasse einen Kommentar